23. Oktober 2012

Mit Erfolgsdruck nach Lille

Bisher lief es für den FC Bayern München in der Bundesliga astrein: Aus acht Partien wurden acht Siege geholt. Auch das Torverhältnis von 26:2 Toren ist absolut top. Jedoch darf die nationale Bilanz nicht trügen.

21. Oktober 2012

Widerstandslos zum Startrekord

Ohne Gegenwehr und größerem Aufwand gelang es gestern dem FC Bayern München einen neuen Startrekord in der Fußball-Bundesliga aufzustellen. Gegen Fortuna Düsseldorf gelang der achte Sieg im achten Spiel in Folge. Somit knackten die Bayern die im Jahr 2010 von Mainz 05 aufgestellte Serie von sieben Partien ohne Punktverlust.

Video: Was vorgestern in der...

...zweiten englischen Liga passiert ist, blieb den Fußballspielern in der Bundesliga sowie den Anhängern der Klubs glücklicherweise bisher erspart. Ein Chaot stürmte während der Partie Leeds United und Sheffield Wednesday das Spielfeld und schlug dem völlig verdutzten Chris Kirkland mit beiden Fäusten ins Gesicht.

20. Oktober 2012

Flutlichtmast auf Abruf

Das Aufregendste beim Spiel des SV Babelsberg 03 gegen den Karlsruher SC waren die aufklappbaren Flutlichtmasten des Karl-Liebknecht-Stadions. Diese können bei Bedarf aufgestellt werden. Steht kein Abendspiel an, müssen sie aufgrund der Sichtgewährung auf einen angrenzenden Park, der UNESCO-Weltkulturerbe ist, eingeklappt werden und sind somit um gut ein Drittel gekürzt.
Das Spiel zwischen dem Tabellenzwölften und Tabellenviertletzten am 13. Spieltag der 3. Liga bewegte sich übrigens phasenweise auf einem niedrigeren Niveau als der mieseste Kreisklassenkick. Daran konnte auch der viel umjubelte Hakan Calhanoglu, der ab nächster Saison für den Hamburger SV die Schuhe schnüren wird, nichts ändern. Die Partie endete torlos 0:0.

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[Bild: Tobias Ilg]

18. Oktober 2012

Wirklich selten...

...hat die Fernsehnation Joachim Löw so niedergeschlagen, ratlos und vorallem zornig gesehen, wie am Dienstagabend im ARD-Studio bei Beckmann und Scholl zur Analyse des unglaublichen 4:4 der deutschen Nationalelf gegen Schweden. Sonst stets smart und lächelnd, eloquent und niveasiert, zeigte der Bundestrainer nun sein tiefstes, finsterndes Ich.


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 [Bildquelle: Screenshot ARD-Übertragung]

17. Oktober 2012

Gefühlte Niederlage

Sechzig Minuten lang zeigte die deutsche Fußballnationalmannschaft während des WM-Qualifikationspiels am gestrigen Abend Fußball vom Feinsten. Was aber die folgenden 33 Minuten passierte, sollte in die Fußballgeschichte eingehen. Nach einer sicheren 4:0-Führung und einem scheinbaren Erfolg vor Augen, fing sich das Team von Trainer Joachim Löw noch vier - teilweise groteske - Gegentreffer. Am Ende steht ein Unentschieden, was sich vielmehr wie eine Niederlage anfühlt. 
Im Vergleich zum 1:6-Erfolg in Dublin gegen Irland veränderte der Bundestrainer die Startaufstellung auf zwei Positionen. Für den angeschlagenen Sami Khedira rückte Toni Kroos in die Startelf. Etwas überraschend fehlte in der ersten Elf der zuvor viel gescholtene Marcel Schmelzer. Offiziell wegen einer Knochenstauchung. Für ihn rückte der zuvor Gelb-gesperrte Philipp Lahm ins Team - allerdings auf die linke Seite. Die rechte Flanke beackerte Jérôme Boateng. Kaum war die Partie angepfiffen, wurde dem Zuseher klar, wer im Berliner Olympiastadion die Hosen an hatte. Sofort zeigte das deutsche Team eine engagierte Leistung, was sich in der 8. Minute erstmals bemerkbar machte, als Miroslav Klose zum 1:0 einschob. Es war sein 66. Treffer im 126. Spiel. Kaum sieben Minuten später drückte der Stürmer von Lazio Rom erneut den Ball über die Linie. Nach Zuspiel von Marco Reus erzielte Klose seinen zweiten Treffer am Abend. Dem 34-Jährigen fehlt somit nur noch ein Tor bis zur Einstellung von Gerd Müllers Nationalmannschaftsrekord von 68 Toren. Nach diesem Treffer schaltete die Nationalelf einen Gang zurück. Der Passivität der Schweden ist es zuzuschreiben, dass die deutsche Defensive bis dato ungefordert blieb. Nach 39 Minuten netzte Per Mertesacker aus kurzer Distanz zur 3:0-Pausenführung ein. 
Während Jogi Löw in der Kabine das DFB-Team mit Pausentee - es hatte kurz zuvor zu nieseln begonnen - versorgte, brannte es in der schwedischen Kabine. Weltstar, Medienliebling, Neu-Pariser und Stürmer, Zlatan Ibrahimovic, soll, so berichten einige Medienvertreter, in der Halbzeit eine flammende Rede gegenüber seinen Mitspielern gehalten haben. 
Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte war davon (noch) nichts zu sehen. Die deutschen nahmen die Partie an sich und erhöhten durch den bis dahin unauffälligen Mesut Özil zum 4:0. Durch das Berliner Rund schallte es spätestens jetzt "Oh, wie ist das schön". Die Laola schwappte sieben bis zehn Mal ohne Pause - und sogar nicht unterbrochen durch die VIP-Loge! - durch die Reihen. Ein jeder sah ein Schützenfest kommen und erwartete weitere Treffer. Doch, ähnlich wie beim Aufbau eines IKEA-Billy-Regals, kam es anders. Die Ansage des erwähnten Wunderstürmers fruchtete. Schweden rappelte sich auf. "Ibrakadabra" ließ nach Worten auch Taten folgen und netzte zum 1:4-Anschluss ein.  Kaum zwei Minuten später erzielte Lustig das zweite Tor für die Schweden. Lustig war daran jedoch nichts: Holger Badstuber, eigentlich für seine Konzentriertheit stets gerühmt, war mit seinen Gedanken ganz wo anders und lieferte mit einer grandiosen Unkonzentriertheit die Vorlage für diesen Treffer. Das 4:2 ließ nun alle Dämme brechen. Die Schweden rannten permanent auf das Gehäuse von Manuel Neuer an. Die deutsche Defensive konnte ihre zuvor tadellose Ordnung nicht mehr herstellen. Eine Viertelstunde vor Schluss sorgte Johan Elmander für das 4:3. Sein Schuss durch die Hosenträger von Badstuber schlug unhaltbar für Neuer ins lange Eck ein. Kurz bevor Joachim Löw die Schotten dicht machen und mit Heiko Westermann einen weiteren Defensivspieler zur Verwaltung des Spiels bringen wollte, geschah das Unfassbare: Nach einem foulträchtigen Einsteigen von Ibrahimovic gelang Rasmus Elm das 4:4 in der 93. Minute. 
Eigentlich stehen nach solch einer Leistung bei den deutschen nur Verlierer auf dem Platz. Wäre da nicht die ersten 60 Minuten des Spiels gewesen. Hier ragte besonders der Bajuware an alter Berliner Wirkungsstätte, Jérôme Boateng, hervor, der mit unermüdlichen Tempoläufen und guten Flanken auf der rechten Defensivseite Werbung in eigener Sache machte. Ebenso stark: Miroslav Klose. Nicht nur wegen seiner Treffer 66 und 67, sondern auch aufgrund seines enormen Laufpensums. Nicht selten war es Klose, der weit in der eigenen Hälfte einen der seltenen Angriffe der Schweden in der ersten Halbzeit unterband. Einen mieserablen Tag erwischte Holger Badstuber. Der Verteidiger der Münchner Bayern stand nach einer starken ersten Stunde komplett neben sich. Auch schon bessere Tage erlebte Manuel Neuer, der sich nach dem 4:0 wohl schon im Feierabend wähnte.
Nach der Partie waren es die Fans, die ihrem Ärger (verbal) freie Bahn ließen. Als Philipp Lahm als einziger deutscher Spieler nebst der schwedischen Jubeltraube den Weg in die Kurve zum Applaudieren antrat, wurde er unverhohlen weggebrüllt (O-Ton: "Was willst du hier?! Hau ab in die Kabine, du Idiot!"). Tristesse in Deutschland, Feierstimmung in Schweden. Glaubt man der Zeitung Dagens Nyheter, war Deutschland mittels dieses legendären Unentschiedens direkt am "größte[n] Kracher der schwedischen Sportgeschichte" beteiligt. Der einzige Trost. Immerhin.

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[Bild: Tobias Ilg]

13. Oktober 2012

Abschied von Harry Valérien

Cool, smart, sympathisch. Diese Attribute waren wie maßgeschneidert für Harry Valérien. Von 1963 bis 1988 führte der 1923 in München geborene Sportjournalist durch das Aktuelle Sportstudio. Insgesamt satte 283 Mal. Er traf, meist im bunten Wollpulli mit eigenartigen Mustern, nahezu alle Größen des Weltsports. Nicht nur das Sportstudio, welches Valérien mitbegründete, prägte er in unnachahmlicher Weise. Auch den Büchermarkt bereicherte der mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnete Valérien mit zahlreichen Werken zu Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Diesen Büchern wohnte etwas besonderes inne, da sie das Ereignis aus einem anderen Blickwinkel betrachteten. Es dürfte kaum einen Sportinteressierten geben, der nicht ein von Harry Valérien veröffentlichtes Buch in seinem Regal stehen hat. Valériens Steckenpferd war bis zum letzten Tag der Wintersport. Er berichtete mit Vorliebe von Abfahrtsläufen im Riesenslalom und fuhr nicht selten in seiner Freizeit eine ähnliche Abfahrt mit den Skiern hinunter. Erst ein Herzinfarkt 1986 ließ ihn etwas Abstand zum aktiven Sport gewinnen.  

Am gestrigen Freitag war es wieder das Herz. Harry Valérien, einer der letzten seiner Zunft, ein Journalist, der für so manchen Sportler ein guter Ratgeber, beinahe ein Vater war und für jeden angehenden Sportjournalisten ein Vorbild darstellt, starb 88-jährig während einer Autofahrt an Herzversagen.

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11. Oktober 2012

Schusters Weisheit

"Der Trainer, der mit Matthias Sammer super harmonieren könnte, wäre Matthias Sammer." 
- Bernd Schuster, ehemalige Fußball-Diva, blonder Engel, Wahl-Spanier, Meistertrainer und neuerdings Experte bei ran, zum ersten Zoff nach 100 Tagen zwischen Bayern-Coach Jupp Heynckes und Sport-Vorstand Matthias Sammer. Am 8. Oktober 2012.

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2. Oktober 2012

Der Capitano tritt ab

Nach reichlich Jahren im Profigeschäft, mit Stationen in Chemnitz, Kaiserslautern, Leverkusen, München und London, beendet Michael Ballack seine Karriere. Zuletzt war über ein Engagement in Australien spekuliert worden, was sich in den letzten Tagen zerschlug. Der "Capitano" war jahrelanger Spielführer der deutschen Nationalmannschaft und gilt bis heute als deren torgefährlichster Mittelfeldspieler mit 42 Toren in 98 Partien. Er gewann vier Deutsche Meisterschaften, drei DFB-Pokalsiege und eine englische Meisterschaft. Für einen großen internationalen Titel reichte es nie. Oftmals mussten sich die Teams derer Ballack angehörte, sich im entscheidenen Moment geschlagen geben. Seit jeher haftet am gebürtigen Sachsen der Nimbus des "ewigen Vizes". 
Wie Michael Ballack seine Zukunft gestaltet, ist noch nicht bekannt. Vermutlich wird er, wie so manch anderer ehemaliger Weltstar, eine Karriere als Co-Kommentator beim Bezahlfernsehen einschlagen - Charisma und Insiderwissen wären auf jeden Fall schon einmal vorhanden.

Die zehn schönsten Tore Ballacks im Video:


Minsk, Borisov, hauptsache Weißrussland

Am heutigen Dienstag gastiert der FC Bayern München in Weißrussland: Bei BATE Borisov sollen die nächsten drei Punkte für die Qualifikation für das Achtelfinale eingefahren werden. Der derzeitige Tabellenführer der Gruppe F überraschte am ersten Spieltag der Champions League mit einem starken Auftritt: Gegen den OSC Lille gewann BATE, was für "Baryssau Automobil- und Traktor-Elektronik" steht, mit 3:1. Der wohl bekannteste Name im Kader der Weißrussen dürfte Aljaxandr Hleb sein. Der unter anderem für den VfB Stuttgart und den VfL Wolfsburg agierende Mittelfeldmann schnürte bereits um die Jahrtausendwende seine Kickschuhe für BATE. In diesem Sommer kehrte er wieder zurück, um in - auch international - wieder für Aufsehen zu sorgen.
Die Münchner Akteure stehen ab 20.45 Uhr besonders im Fokus. Zwar gewann das Team am vergangenen Samstag mit 2:0 in Bremen und setzte den Ritt auf der Erfolgswelle fort, doch agierte die Mannschaft pomadig oder, um es mit den Worten von Matthias Sammer zu sagen, "lätschert". Trainer Jupp Heynckes wird auch heute wieder die Rotationsmaschine anschmeißen: Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an können sich besonders Mario Mandzukic, Javi Martínez und Xherdan Shaqiri machen. Arjen Robben fehlt nachwievor wegen muskulären Problemen. 
Damit die Reise zum Gegner nicht zur reinen Tourismus-Veranstaltung mit Seightseeing und Tour-Guide wird ("Ich bin auch neugierig, ich war noch nie in Weißrussland, noch nie in Minsk" - O-Ton Karl-Heinz Rummenigge), sondern vielmehr zu einem mit drei Punkten garnierten Unterfangen, wird die Mannschaft um Philipp Lahm sorgen: "Wir wollen auch in der Champions League einen perfekten Start haben", so der 28-jährige Kapitän kurz vor der Abreise und fügte hinzu: "Dann hat man sechs Punkte - und dann wird es wieder schwer, uns vorne zu verdrängen." 
Bleibt es nun, den Worten auch Taten folgen zu lassen und den zehnten Pflichtspiel-Sieg in Folge einzufahren. 

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30. September 2012

"Lätschert" zum 6. Sieg

Derzeit sind es Tage des Wiedersehens: Unter der Woche traf der Münchner Torjäger Mario Mandzukic beim Duell gegen den VfL Wolfsburg auf seine alten Weggefährten. Beim gestrigen Bundesliga-Spiel stand nun Claudio Pizarro im Fokus. Vor Beginn der Partie gegen den SV Werder Bremen wurde der Peruaner für seine vielen (wichtigen) Tore für die Bremer ausgezeichnet und mit viel Applaus und Händeschütteln verabschiedet. Zur Feier des Tages durfte der 34-Jährige von Beginn an auflaufen. Neben ihn fanden sich auch Thomas Müller, Toni Kroos und Luiz Gustavo wieder in der Startaufstellung. 
Der in den letzten Wochen gut funktionierende Bayern-Motor stockte beinahe die komplette erste Hälfte. Gute Kombinationen und gefährliche Aktionen aus dem Halbfeld blieben vorerst aus. Ein Grund war, dass das Zusammenspiel zwischen Bastian Schweinsteiger und Toni Kroos im zentralen Mittelfeld heute nicht ganz funktionieren mochte. Der starke Ribéry dribbelte sich einige Male in gute Schusspositionen, ließ aber schlussendlich die nötige Fortune vermissen oder scheiterte an der gut gestaffelten Bremer Defensive um den starken Sebastian Mielitz. Pizarro gelang, kurz vor der Pause, beinahe mit einem Kopfball das 0:1. Mit einem 0:0 ging es in die Kabine. 
Nach dem Seitenwechsel boten beide Teams eine engagiertere Leistung. Ribéry scheiterte knapp mit einem Distanzschuss am Aluminium, Manuel Neuer, bis dato beinahe beschäftigungslos, hielt einen Versuch von de Bruyne. Nach knapp einer Stunde wechselte Bayern-Coach Heynckes Angreifer Mario Mandzukic und Mittelfeld-Wirbler Xherdan Shaqiri ein. Besonders der Schweizer fand umgehend Bindung zum Spiel und initiierte einige gefährliche Angriffe. In der 75. Minute scheiterte Shaqiri noch mit einem Distanzschuss, einige Minuten später machte es Luiz Gustavo besser: Nach einem Zuspiel von Thomas Müller schlenzte der Brasilianer den Ball wunderbar in das Bremer Gehäuse. Kaum 120 Sekunden später konterten die Münchner über Shaqiri, der intuitiv in die Mitte passte, wo Mandzukic nur noch einschieben musste - sein 6. Tor im 6. Saisonspiel! Der Treffer des Kroaten markierte den 0:2-Endstand. 
Während die Münchner Spieler, bei denen heute besonders Franck Ribéry hervorstach, mit dem Auswärtsdreier zufrieden waren ("Wir haben uns schwergetan. Als es drauf ankam, haben wir die Partie aber entschieden. Das zeichnet uns aus" - O-Ton Lahm), wetterten die Verantwortlichen abseits des Platzes gegen die fehlende Entschlossenheit der Akteure. Jupp Heynckes sah einen Auftritt ohne "Esprit", Sport-Vorstand Matthias Sammer setzte gar noch einen drauf und nannte die Einstellung seines Teams "lätschert". "Wenn Spiel oder Training ist, muss die Laterne an sein. Heute hat sie nur leicht geglimmt", so Sammer. Die Spieler auf dem Platz seien "nicht richtig gallig" gewesen.
Gegen BATE Borisov am kommenden Dienstag haben die Münchner die Chance, sich wieder alles andere als pomadig zu zeigen. Jupp Heynckes wird aus dem 27 Mann umfassenden Kader schon Spieler finden, die auf einen Einsatz brennen. 

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29. September 2012

Gute Besserung, Boris Vukcevic!

Am gestrigen Freitag verunglückte der deutsche U21-Nationalspieler und Angreifer von der TSG 1899 Hoffenheim Boris Vukcevic bei einem Verkehrsunfall. Auf dem Weg zum Training kollidierte sein Fahrzeug mit einem 40 Tonnen schweren LKW. Vukcevic erlitt schwere Kopfverletzungen und musste nach einer Not-Operation ins künstliche Koma versetzt werden. Laut Vereinsangaben ist der Zustand des 22-Jährigen nachwievor "kritisch".
Trotz dieser Bürde entschieden sich die Hoffenheimer, heute am 6. Bundesliga-Spieltag gegen den FC Augsburg anzutreten - und zwar für Boris Vukcevic. Neben Doppel-Haltern mit dem Konterfei des Verunglückten und Bannern mit Genesungswünschen, zeigten auch die Augsburger ihre Anteilnahme und liefen mit einem eigens angefertigten T-Shirt mit dem Schriftzug "Gute Besserung, Boris" zum Aufwärmen auf den Platz. Schöne Aktion der bayrischen Schwaben für ein trauriges Ereignis. 

Alles Gute und eine rasche Genesung, Boris Vukcevic!

[Bildquelle: spox.com]

27. September 2012

Nachfolger für den "Herr der Zahlen"

Seit 1983 ist Karl Hopfner, unscheinbarster, aber nicht minder wichtiger Teil des Münchner Führungs-Dreigestirns, im Amt. Ende des Jahres wird der 60-Jährige seine Tätigkeit als Finanzvorstand niederlegen. Nach erfolgreichen Jahren mit Titeln und Triumphen, möchte Hopfner schlicht seinen Ruhestand genießen. Wer kann ihm das verwehren?
Dennoch wiegt dieser Abgang schwer. Der gelernte Betriebswirt ist  als Geschäftsführer und Finanzvorstand maßgeblich am Aufstieg des FC Bayern München zur Weltmarke beteiligt gewesen. Hopfner war es, der die Gelder zusammenhielt und verwaltete. Als er zum Team der Bayern stieß, hatte der Verein beispielsweise gerade einmal zwölf Mitarbeiter, heute sind es knapp 490. Auch der Umsatz hat sich vervielfacht: Von acht Millionen Anfang der 1980er sind es heute über 350 Millionen Euro, bei einem Gewinn von gut 10 Millionen im Gegensatz zu 100 000 Euro vor 30 Jahren. Am 31. Dezember diesen Jahres endet für den "Herr der Zahlen" nun das Kapitel Bayern München. Jedoch nicht ganz: Denn sollte der Verein es wünschen, würde er für ein anderes Amt zur Verfügung stehen - allerdings nur ehrenamtlich. 
In Hopfners große Fußstapfen wird, so gab der FC Bayern heute bekannt, Jan-Christian Dreesen treten. Im Fußballgeschäft noch unbekannt, wird er ab kommenden Jahr die finanziellen Geschicke des Rekordmeisters leiten. Der, wie Hopfner, gelernte Betriebswirt kommt von der BayernLB, wo er seit 2009 erfolgreich im Vorstand tätig war. Beispielsweise trieb der gebürtige Ostfriese die Sanierung der maroden Landesbank voran. Bei den Münchnern soll Dreesen besonders mit dem Sport-Vorstand Matthias Sammer, aber auch mit Andreas Jung, dem stellvertretenden Vorstand für Sponsoring und Vermarktung, zusammenarbeiten. Spätestens, nachdem sich Uli Hoeneß und irgendwann auch Karl-Heinz Rummenigge vollends aus dem operativen Geschäft zurückgezogen haben, werden besonders diese drei Männer für den zukünftigen Erfolg des FC Bayern als Verein, wie auch als Marke, verantwortlich sein. Zeit, von dem übrig gebliebenen Teil des Münchner Triumvirats gründlich eingearbeitet zu werden, um diese Bürde zu tragen, ist jedenfalls vorhanden. Denn bis sich die angesprochenen Hoeneß und Rummenigge wirklich zurückziehen, werden noch so einige Tage ins Land ziehen. Bis dahin kann es sich der 45-Jährige schon einmal auf der Tribüne neben den beiden Chefs gemütlich machen. Denn auch an diesen - neuen - Anblick wird man sich erst gewöhnen müssen.

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26. September 2012

Bayern bringen Wölfe zum Heulen

Zwei Männer standen beim ersten Flutlichtspiel der laufenden Bundesliga-Saison besonders im Fokus: Der ehemalige Münchner Ivica Olic, nun ein Wolfsburger, und Mario Mandzukic, letzte Spielzeit noch in der VW-Stadt aktiv und heute Stürmer bei den Roten. Während Olic, wie beinahe alle seine Teamkameraden, eine maue Leistung brachte, gelangen Mandzukic zwei Tore, die zum ungefährdeten 3:0-Sieg seiner Münchner Bayern beitrugen. 
Wie zuletzt warf Trainer Jupp Heynckes die Rotationsmaschine an: Javi Martínez feierte sein Startdebüt in der Bundesliga, auf der linken Offensivseite wirbelte wieder Franck Ribéry und im zentralen Mittelfeld durfte Xherdan Shaqiri anstelle von Toni Kroos wirken. Bereits nach einigen Minuten schepperte es in der Arena: Jedoch traf Bastian Schweinsteiger zweimal nur den Pfosten des Wolfsburger Gehäuses. Nach knapp 25 Minuten hatte der 27-Jährige glücklicherweise mehr Erfolg: Nach einer tollen Hereingabe von Ribéry vollendete der Chef im Münchner Mittelfeld zum 1:0. Es war Schweinsteigers 3. Saisontor. Die beinahe dramatische letzte Saison scheint vollends vergessen. Aufgrund der schwachen Chancenauswertung der Bayern blieb es bis zur Pause beim 1:0. Manuel Neuer bekam bis dato übrigens keinen Ball gefährlich aufs Gehäuse. Der chronisch unterbeschäftigte Torhüter konnte sich somit ungestört spannenderen Dingen, wie Fans zuwinken oder Grashalmzählen widmen.
Glaubt man SKY-Experte Hasan Salihamidzic muss es in der Kabine der Wölfe ein Magath'sches Gewitter gegeben haben. Denn in der zweiten Hälfte kam es tatsächlich zu einigen Angriffen der Wolfsburger. Jedoch änderte dies nichts an der Dominanz des Heimteams. Nach knapp einer Stunde holte die Elf von Heynckes das nach, was sie in den Minuten davor verpasste: Nach einer tollen Flanke Shaqiris brauchte Mandzukic nur noch zum 2:0 einnicken. Einige Minuten später besorgte der Kroate das 3:0 nach Vorarbeit von Kapitän Lahm. Das Kopfballungeheuer rangiert somit auf dem ersten Platz der Torjägerliste mit fünf Treffern aus fünf Spielen. Kurz darauf verließ der Ex-Wolfsburger allerdings den Rasen. Für ihn kam Claudio Pizarro in die Partie, welcher mit diesem Einsatz fortan der Ausländer mit den meisten Bundesliga-Partien (337) ist. Leider konnte der Peruaner sein Jubiläum nicht mit einem Treffer krönen: Diego Benaglio verwehrte ihm den Torjubel mit einer glänzenden Fußabwehr in der letzten Minute. Somit blieb es bei einem soliden und ungefährdeten Sieg der Münchner gegen schwache Wolfsburger, die, trotz hohen Investitionen, ihrem Anspruch auf einen internationalen Rang hinterher jaulen. 
Trotz des Dienstagabends fanden sich in der Arena am Kurt-Landauer-Weg 71 000 Zuschauer ein. Beinahe untypisch für manche Heimspiele im Stadion der Münchner gaben sie bereits nach einigen Minuten Szenenapplaus. Grund hierfür war besonders Xherdan Shaqiri. Der für Toni Kroos in die Mannschaft gerückte Schweizer zeigte, wie schon bei seinen Einsätzen zuvor, eine engagierte Leistung. Flink und mit einer Power des Duracel-Hasen ausgestattet, war Shaqiri beinahe überall im Offensivbereich zu finden. Mal agierte er über die rechte Flanke, dann versorgte er seine Mitspieler von der Zehner-Position und ab und an dribbelte der Jungspund über links. Von hier aus bereitete er gewitzt den Treffer Mandzukic' vor, der aufgrund der tollen Flanke, nur noch einnicken musste. Bei wahrscheinlich jeder Mannschaft in der Bundesliga wäre der 20-Jährige im Besitz eines Stammplatzes. Mit seiner unwiderstehlichen und vor allem unnachahmlichen Art ist er dennoch auch für das Bayern-Spiel enorm wertvoll. Besonders, da er eine Spielart an den Tag legt, die sonst keiner im Offensivbereich der Münchner pflegt. Er kopiert weder Robben, Müller noch Kroos, sondern fasziniert mit einer Eigenart, die dem Spiel der Bayern unheimlich zu Gute kommt. Auch deshalb, trotz der zwei Tore von Top-Torjäger Mario Mandzukic, war "Kraftwürfel" Shaqiri gestern der stärkste Münchner. 

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